Krankmeldung: Diese Nachweispflichten haben Ihre Mitarbeiter

Gerade in den Wintermonaten steigt die Zahl der Krankmeldungen, besonders Erkältungskrankheiten haben in der kalten Jahreszeit Hochkonjunktur.

Ihre Mitarbeiter sollten Sie genau darüber informieren, wie Sie sich formell richtig krankmelden – sonst kommt es zu Fehlern.

Arbeitnehmer dürfen in den meisten Firmen bis zu drei Tage ohne Krankschreibung zu Hause bleiben, rechtsverbindlich ist diese Regelung aber nicht.

Grundsätzlich können Sie als Arbeitgeber schon ab dem ersten Krankheitstag eine Bescheinigung vom Arzt verlangen.


Telefon Krankmeldung


Immer wieder kommt es zu Abmahnungen, weil ein Arbeitnehmer seinen Meldepflichten im Krankheitsfall nicht rechtzeitig nachgekommen ist.

Dabei lassen sich arbeitsrechtliche Fehler bei der Krankmeldung ganz einfach vermeiden.

Klären sollten Sie in Ihrem Unternehmen genau,

  • wann eine Krankmeldung erfolgen muss,

  • in welcher Form sich Ihre Mitarbeiter krankmelden müssen,

  • wer die Krankmeldung in Empfang nimmt.

Klären Sie also genau, wann eine mündliche Krankmeldung ausreicht, zum Beispiel für die ersten drei Tage, und ab wann ein schriftliches Attest vom Arzt vorliegen muss.

So müssen sich Ihre Mitarbeiter krankmelden

Der Gesetzgeber schreibt in § 5 des Entgeltfortzahlungsgesetzes (EFZG) dem Arbeitnehmer vor, dass er sich “unverzüglich” krankmelden muss. Wie er das tun muss, bestimmt das Gesetz aber nicht. Üblich ist in der Praxis ein Anruf, das geht am schnellsten.

  • Wichtig ist, dass Sie als Arbeitgeber diese “erste” Krankmeldung direkt erhalten, sie ist unabhängig von einem Arztbesuch. So haben Sie Gelegenheit, schnellstmöglich wichtige Aufgaben anders zu verteilen und den Arbeitsausfall Ihres Mitarbeiters zu kompensieren.

  • Dauert die Erkrankung Ihres Arbeitnehmers länger als drei Tage an, muss er Ihnen eine schriftliche Krankmeldung spätestens am vierten Tag vorlegen.

Was aber viele Arbeitnehmer nicht wissen:

Sie können bereits ab dem ersten Krankheitstag ein Attest vom Arzt verlangen. Die Entscheidung liegt nämlich im Ermessen des Arbeitgebers.

Dauert die Erkrankung an und übersteigt sie das in der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung genannte Datum, dann muss der Arzt eine Folgebescheinigung ausstellen.

Auch über die muss er Sie unverzüglich informieren: am letzten Tag der zuerst bescheinigten Arbeitsunfähigkeit.

“Blaumachen” und mögliche arbeitsrechtliche Folgen

Bei manchen Krankmeldungen dürfen Sie aber auch  stutzig werden: Dazu gehören solche, die einen Tag nach der Firmenparty eintreffen. Meldet sich ein Mitarbeiter im Anschluss an seinen Urlaub krank, kann das natürlich tatsächlich so sein. Passiert das aber mehr als ein Mal, kommen Ihnen wahrscheinlich irgendwann Zweifel.

Auffällig verhält sich auch ein Arbeitnehmer, der regelmäßig zwei Tage krank gemeldet ist und am dritten Tag wieder erscheint. Er erweckt den Verdacht, dass er eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung umgehen will.

Grundsätzlich hat eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung Beweischarakter: Haben Sie Zweifel an der Rechtmäßigkeit einer Krankmeldung, müssen Sie das also auch begründen und beweisen können.

Außerdem unterliegt ein Arbeitnehmer während der Erkrankung dem arbeitsrechtlich garantierten allgemeinen Kündigungsschutz, den kann er aber durch die Täuschungshandlung verlieren.

Im Extremfall können Sie einen Detektiv für Nachforschungen engagieren. Kann der Ihren Verdacht bestätigen, können Sie die Kosten für den Detektiv später gegenüber dem Arbeitnehmer gerichtlich durchsetzen.

Sie können auch auch den Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK) einschalten, wenn das angemessen ist und Sie einen Nachweis für die Täuschungshandlung des Arbeitnehmers nicht anders führen können.

Hat Ihr Arbeitnehmer seine Krankheit tatsächlich vorgetäuscht und können Sie ihm das nachweisen, ist das ein Grund für eine fristlose Kündigung Ihres Mitarbeiters.




Bildnachweis:
©iStockphoto.com/scholes1

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