Frauen in Führungspositionen zu selten – Keine Lust auf Macht

Frauen in FührungspositionenExperten und Politiker sich einig: Es gibt immer noch zu wenige Frauen in Führungspositionen und in den Chefetagen der großen Konzerne.

Dabei gibt es sie doch. Spontan fallen einem eine ganze Reihe Frauen ein, die es geschafft haben und mit Spaß und Energie Verantwortung übernehmen.

Gern genanntes Paradebeispiel ist Bundeskanzlerin Angela Merkel. Auch Ursula von der Leyen, Vorkämpferin in Sachen Frauenquote, ist nicht nur siebenfache Mutter, sondern steht gleichzeitig an der Spitze eines Ministeriums.

Als Aufsichtsratsvorsitzende des Düsseldorfer Henkel-Konzerns gehört Simone Bagel-Trah zu den Spitzenfrauen in Deutschlands Wirtschaft. Drei Beispiele von vielen.

Frauen in Führungspositionen: Fehlt der Wille zur Macht?

Alles Ausnahmen oder vielleicht doch überzeugende Beispiele für eine Trendwende in Deutschlands Führungsetagen? Glaubt man den Ergebnissen einer aktuellen Studie, liegt die nach wie vor eher geringe Quote bei Frauen in Führungspositionen vor allem an einem: an den Frauen selbst.

Forscher der Frankfurter Goethe-Universität, der Kühne Logistics University und der Uni Bochum befragten 1.500 Frauen und Männer und kamen zu einem eindeutigen Ergebnis. Grundlegende Eigenschaften, die in Führungspositionen benötigt werden, sind bei Frauen deutlich weniger ausgeprägt als bei Männern.

Frauen treffen nicht gerne Entscheidungen und finden weniger Vergnügen daran, Einfluss auf Entwicklungen zu nehmen. Frauen wird die Macht nicht vorenthalten – sie wollen sie einfach nicht. So könnte man kurz und knapp die Studien-Ergebnisse formulieren, die im Artikel ”Gender Differences in Leadership Role Occupancy – The Mediating Role of Power Motivation” der Fachzeitschrift Journal of Business Ethics erscheinen.

Nur ein Faktor von vielen

Sind die Frauen also selber schuld? Ganz so einfach machen es sich die Forscher dann doch nicht.

Der fehlende “Wille zur Macht” sei nur ein Faktor unter vielen, die verhindern, dass es mehr Frauen in Führungspositionen gibt. Immer noch herrschende Vorurteile, Diskriminierung, ein klischiertes Frauenbild, das von männlichen Sichtweisen geprägt ist, sind hier nur einige Beispiele.

Zumindest einen Trost hält die Studie für führungswillige Frauen bereit: Der Wille zur Macht ist erlernbar. Führungskräftetrainings und Mentorinnen-Programme seien hilfreich, um sich auf Führungspositionen vorzubereiten und den Biss zu lernen, der nötig ist, um im entscheidenden Moment die Ellenbogen auszufahren und konkurrierende Männer aus dem Feld zu schlagen.

Mag sein. Aber vielleicht ist alles noch viel einfacher. Erfolgreiche Frauen, die Karriere machen wollen, müssen sich einfach an den Rat halten, den Facebook-Geschäftsführerin Sheryl Sandberg ihren Geschlechtsgenossinnen mit auf den Weg gibt. Wenn du als Frau nach oben willst, dann gibt es nur eins: Lean in – häng dich rein!


Bildnachweis:
@Gina Sanders – Fololia.com

5 Kommentare

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  2. Katharina Daniels says:

    Sehr geehrtes Redaktionsteam,

    Sheryl Sandberg hat vollkommen Recht, das individuelle Engagement spielt eine extrem große Rolle; Sandberg greift in ihrem Buch aus persönlicher Sicht genau die Aspekte auf, die wir in unserem Buch als Handlungsfaden aufbereiten – mit dem Appell verbunden: Lust auf Macht

    In diesem Buch schildern wir die wahren Aufstiegsfaktoren im Labyrinth der Macht – und das Gelingen des Aufstiegs setzt als erstes und grundlegend voraus, dass Frauen Macht positiv als Freiraum zum Gestalten begreifen, gemeinsam mit klugen Männern nicht gegen sie! Das Geleitwort hat Dr. Arno Balzer geschrieben, Chefredakteur von Manager Magazin – und er sagt: “Lust auf Macht ist ein wichtiges Buch zum richtigen Zeitpunkt”.

    Mit herzlichen Grüßen Katharina Daniels

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