Die Selbstkontrolle entscheidet über Ihre Willensstärke

Disziplin und Selbstkontrolle ist nicht nur im Privatleben, sondern besonders im Beruf gefragt. Warum halten wir uns nicht an unsere guten Vorsätze und werden immer wieder schwach? Die Antwort darauf hat ein Psychologe gefunden.


Mädchen mit Schokolade und Apfel, Selbstkontrolle


Wissenschaftler setzen sich seit Jahren mit der Frage auseinander, wieso wir so große Schwierigkeiten haben, uns an Vorsätze zu halten.

Dabei geht es nicht nur um die großen Vorsätze, die sich die meisten gewöhnlich an Silvester vornehmen, sondern genauso um den zusätzlichen Schokoriegel, den sich viele “ganz aus Versehen” im Supermarkt in den Einkaufswagen legen.

Selbstkontrolle entscheidet über unsere Willensstärke

Ein Grund, weswegen wir so häufig schwach werden, ist ein Mangel an Selbstkontrolle.

Unter diesem Begriff verstehen Psychologen die Fähigkeit ein Verhalten gegen Impulse aufrecht zu halten, die etwas anderes möchten.

Diese ganz typische Situation kennt jeder: Wenn Sie hungrig im Supermarkt einkaufen gehen, bekommen Sie plötzlich Lust auf einen Schokoriegel. Sie müssen dann Ihre Selbstkontrolle aufwenden um den Schokoriegel nicht zu kaufen. Das gelingt Ihnen sicher nicht immer.

Auch in Konfliktsituationen am Arbeitsplatz ist Selbstkontrolle gefragt. Provoziert Sie zum Beispiel ein Kollege oder Geschäftspartner in einem Meeting, sollten Sie besser nicht impulsiv reagieren – auch wenn die Versuchung sehr groß ist. Behalten Sie Ihre Gefühle unter Kontrolle, können Sie die Provokation wahrscheinlich souverän abwenden.

Schlaf füllt Selbstkontroll-Depots auf

Schlaf hilft Menschen dabei, ihre Selbstkontroll-Depots wieder zu füllen, bei den meisten ist daher zu beobachten, dass Ihnen die Selbstkontrolle am Morgen leichter fällt als abends.

Der Psychologe Roy Baumeister hat genau diese Fähigkeit untersucht und stellte dabei fest, dass Selbstkontrolle ähnlich einer Batterie ist, die auch nur eine bestimmte Menge Energie gespeichert hat.

Ist die Batterie leer, leistet sie nichts mehr – eine Person, deren Selbstkontrolle aufgebraucht ist, ist ebenso nicht mehr in der Lage, Versuchungen zu widerstehen.


Selbstkontrolle lässt sich trainieren

Ob man Selbstkontrolle trainieren kann, wollte ein holländisches Forscherteam um die Psychologin Katrijn Houben wissen. Im Versuch sollten die Probanden versuchen, ihren Alkoholkonsum zu kontrollieren.

Dazu kamen die Versuchspersonen entweder in der Selbstkontrollgruppe – oder per Zufallsprinzip in eine Vergleichsgruppe ohne Training.

Die Testpersonen trainierten dann 25 Tage ihre Selbstkontrolle – mit eindeutigem Ergebnis: Die Selbstkontrollgruppe hatte ihren Alkoholkonsum signifikant eingeschränkt, bei der Vergleichsgruppe war das nicht so.

Zum Einsatz in dem holländischen Experiment kam dabei der sogenannte Stroop-Test, bei dem die Teilnehmer permanent ihre Impulse kontrollieren müssen. Über einen längeren Zeitraum gelang es den Teilnehmern im Training, ihre Selbstkontrolle zu steigern.

Eine dem Stroop-Test ähnliche Übung hat auch NeuroNation entwickelt: Sie heißt Farbverwirrung und passt sich ständig an die persönlichen Fähigkeiten des Trainierenden an.




Bildnachweis:
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