Den Einflussreichen auf der Spur – Die Regeln im Spiel um die Macht

von Katharina Daniels

Frauen haben keine Lust auf Macht? Vielleicht liegt es einfach daran, dass so manche Spielregel im Aufstiegspoker um die Macht Frauen nicht so geläufig ist wie männlichen Alphatieren. Ein Spiel und seine Spielregeln aber sind erlernbar – und machen dann auch richtig Spaß! Eben: Lust auf Macht!

Fachautorin Katharina Daniels stellt bei personal-erfolg.de in fünf Folgen fünf wichtige Strategien vor. Folge drei beschäftigt sich mit der optimalen Kontaktaufnahme zu den Top-Entscheidern auf Kongressen, Symposien, Konferenzen.


Den Einflussreichen auf der Spur


Der Schauspieler Woody Allen hat es auf den Punkt gebracht: “Erfolg ist zu 80 Prozent eine Sache des bloßen Sich-blicken-lassen.”

Doch wo sollte man sich blicken lassen? Die Faustformel lautet:

Je bekannter Sie bereits sind, desto mehr Wert sollten Sie auf die Auswahl geeigneter Bühnen für Ihren Auftritt legen.

Wer hingegen noch nicht bekannt ist, sollte vor allem zu Beginn so viele Bühnen wie nötig nutzen, um bei Meinungsmachern und Entscheidungsträgern sichtbar zu werden und positive Aufmerksamkeit zu wecken.

Der nächste Schritt in Ihrem strategischen Spiel:

Wen wollen und sollten Sie auf den Veranstaltungen treffen, die Sie ins Auge fassen?

Und welche Gefahren sollten Sie einkalkulieren?

  • Wer hat die Macht, Sie auf Ihrem Weg nach oben wirklich zu unterstützen?
  • Wer wird das wahrscheinlich tun?
  • Wer könnte daran interessiert sein, Sie aufzuhalten?
  • Wer agiert im Hintergrund als graue Eminenz?

Keine Angst vor Kontakten

Nehmen wir an, Sie besuchen den Jahresevent Ihrer Branche: ein großer Branchenkongress, der über zwei Tage geht. Sie kommen allein. In einer halben Stunde fängt der erste Vortrag an.

Bei Ihrer Ankunft stellen Sie fest, dass Sie niemanden kennen. Im Vorsaal stehen bereits viele Menschen an Bistrotischen und unterhalten sich. Was tun Sie?

  • Sie flüchten ganz schnell wieder und warten in den Waschräumen, bis es losgeht.
  • Sie prüfen an einem ruhigen Ort Ihre E-Mails auf Ihrem Smartphone.
  • Sie setzen sich schon einmal in den Konferenzsaal, denn frühes Kommen sichert die besten Plätze.
  • Sie suchen nach einer anderen Frau, die ebenfalls allein herumsteht.
  • Sie suchen nach einer Gruppe interessant aussehender Menschen, die Sie gern kennenlernen würden und stellen sich zu ihnen.
  • Sie haben schon im Vorfeld recherchiert, dass einige hochrangige Menschen kommen werden, die Sie unbedingt kennenlernen wollen. Sie haben sich die Gesichter genau eingeprägt und haben gerade einen dieser Menschen entdeckt, dem Sie sich nun vorstellen werden.

Sie wählen die letzten beiden Varianten? Sehr gut, Sie sind schon auf Erfolgskurs!

Nun geht es darum, einen unvergesslichen Eindruck zu machen, der Sie von allen anderen Teilnehmern positiv abhebt.

Die Grundregeln: Gewinnen Sie Aufmerksamkeit

Fragen Sie einfach freundlich, ob Sie sich dazustellen dürfen.

Stellen Sie sich nur mit Ihrem Namen vor und fragen Sie nach dem Namen Ihres Gegenübers.

Merken Sie sich diesen unbedingt!

Verwenden Sie diesen Namen, wo es geht. Der eigene Name ist für jedermann das wichtigste Wort!

Jetzt sind Sie dabei, doch die volle Aufmerksamkeit haben Sie möglicherweise noch nicht. Daher brauchen Sie einen eindrucksvollen Einstieg.

Wenn Sie jemanden kennenlernen, haben Sie maximal sechs Sekunden Zeit, die Aufmerksamkeit Ihres Gegenübers zu fesseln.

Haben Sie in diesen Sekunden kein Interesse geweckt, wird Ihr Gegenüber abschalten und, egal was Sie vielleicht Beeindruckendes zu erzählen haben, nichts mehr davon aufnehmen.

Die Kür: Seien Sie unwiderstehlich

  • Möglichkeit eins: Starten Sie mit einem Knalleffekt

Er macht die Menschen in maximal sechs Sekunden neugierig.

Ein Beispiel: “Ich besorge Ihnen zwei Millionen Freundinnen” (Managerin einer Frauenzeitschrift).

Aber Vorsicht: Diese Art der Selbsteinführung ist nicht jedermanns Sache.

Wichtig ist: Auch Ihnen selbst muss das Spaß machen, sonst wirken Sie gekünstelt und verkrampft.

  • Möglichkeit zwei: Sprechen Sie über unwiderstehliche Themen.

Liebe, Geld, Gesundheit und Sicherheit: Wie können Sie Ihre Selbstdarstellung mit einem dieser Themen im übertragenen Sinne verknüpfen?

Formulieren Sie eine Problemlösung, einen Vorteil in diesem Zusammenhang für Ihr Gegenüber.

Und: Sprechen Sie ausschließlich über den Nutzen, den Sie bringen. Ergebnisse sind interessant, nicht Prozesse oder gar Produkte!

  • Möglichkeit drei: Glänzen Sie mit Ihrer Fachexpertise.

Sie haben vorher sorgfältig über die weitergehenden Interessen des Unternehmens recherchiert, das Ihr gewünschter Gesprächspartner repräsentiert. Klimawandel? Soziale Verantwortung?

Steigen Sie – natürlich mit sorgfältiger inhaltlicher Vorbereitung – mit einer interessanten Geschichte zu diesem Themenkomplex ein, die Ihrem Gesprächspartner neue Perspektiven eröffnet.

Und das Drumherum zum Inhalt? Sprechen Sie so deutlich, dass auch Menschen mit Hörproblemen Sie verstehen könnten.

Üben Sie Ihren Einstieg vorab laut, bis Sie sich mit ihm angefreundet haben.

Nach einem solchen Gesprächseinstieg haben Sie normalerweise die volle Aufmerksamkeit Ihres Gegenübers – und man vergisst Sie auch nicht wieder. Im Gegensatz zu vielen anderen Mitteilnehmern.

Wenn Sie am nächsten Tag den Kontakt vertiefen wollen, wird man sich garantiert an Sie erinnern!


Katharina Daniels, FachjournalistinKatharina Daniels, Mitautorin des Buches “Lust auf Macht”, ist Fachjournalistin und PR- und Kommunikationsberaterin.

Sie begleitet Führungspersönlichkeiten in ihrer öffentlichkeitswirksamen Darstellung.

Ihre Beiträge in diesem Blog skizzieren wichtige Aspekte des Buches, ohne textgleiche Auszüge des Buches zu sein.



Lust auf Macht
Wie (nicht nur) Frauen an die Spitze kommen

Autorinnen: Katharina Daniels, Andrea Och
Verlag: Linde
ISBN: 9783709304938
Preis: 19,90 Euro

Das Buch “Lust auf Macht” können Sie hier erwerben.


Lesen Sie auch:

Teil 1 der Serie: Vom klugen Umgang mit Hierarchien – Die Regeln im Spiel um die Macht

Teil 2 der Serie: Taktik und Gespür in Meetings – Die Regeln im Spiel um die Macht


Frauen in Führungspositionen zu selten – Keine Lust auf Macht

Karriereleiter


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